Für Deutschland bedeutet dies, dass jährlich etwa 2.000 Männer und Frauen am Hodgkin-Lymphom erkranken. In den letzten Jahren konnten in der Behandlung des Morbus Hodgkin stetige Erfolge verbucht werden, sodass die Krankheit nun zu den Krebserkrankungen zählt, die eine der höchsten Heilungsprognosen aufweisen – etwa 80 Prozent.

Das Hodgkin-Lymphom ist eine maligne, also bösartige Erkrankung des Lymphsystems, benannt nach ihrem Entdecker, dem englischen Arzt Thomas Hodgkin. Augenscheinlichstes Merkmal der Erkrankung sind Schwellungen der Lymphknoten (Lymphome). Da das Lymphsystem den ganzen Körper durchzieht, kann die Erkrankung grundsätzlich an jedem Ort im Körper auftreten.

Ursächlich sind genetische Veränderungen von Lymphzellen, insbesondere der B-Lymphozyten. Diese Zellen produzieren als Bestandteil der Immunabwehr im Normalfall Antikörper, die Krankheitserreger für die Immunabwehr  markieren. Im Gegensatz zu vielen anderen, weiter verbreiteten Krebsarten, tritt das Hodgkin-Lymphom vor allem bei jüngeren Menschen auf.

Das mittlere Erkrankungsalter beträgt 46 Jahre bei Männern und 41 Jahre bei Frauen.  Aber auch Kinder können am Hodgkin-Lymphom erkranken. Die konkreten Ursachen liegen noch weitestgehend im Dunkeln. Vermutet wird ein Zusammenhang mit Immunschwäche, Viruserkrankungen sowie genetischen Vorbelastungen.

Therapie mit eigenen Stammzellen und gezielter Chemotherapie

Die Therapie des Hodgkin-Lymphoms erfolgt patientenindividuell entsprechend der vorliegenden Krankheitscharakteristika. In der Regel wird zunächst chemotherapeutisch mit einer Kombination verschiedener Wirkstoffe behandelt. Ebenfalls können Bestrahlungen zum Einsatz kommen. Schreitet die Krankheit dennoch weiter fort, wird die Dosis der Therapie erhöht.

Man spricht von der Hochdosischemotherapie. Parallel dazu werden dem Patienten körpereigene Stammzellen entnommen, die nach der Therapie wieder implantiert werden. Die Stammzelltransplantation korrigiert die unerwünschte aber unvermeidliche Schädigung des Knochenmarks infolge der hochdosierten Chemotherapie.

Seit einigen Jahren steht für Lymphom-Patienten ein neues Medikament zur Verfügung, das eine schonendere und gleichzeitig effektive Therapie ermöglicht. Der zytostatische Wirkstoff ist dabei mit einem Antikörper verbunden, der speziell an den Krebszellen andockt.

Der Wirkstoff gelangt damit „huckepack“ direkt in die Lymphomzellen und tötet diese ab. Üblicherweise kommen solche neuen Therapien zuerst bei solchen Patienten zum Einsatz, bei denen vorangegangene Behandlungen nicht zum Erfolg geführt haben.

Derzeit wird das Potential dieses Wirkstoffs in weiteren klinischen Studien untersucht, um in Zukunft diese zielgerichtete Therapie auch Patienten in früheren Behandlungsstadien zugänglich zu machen. Zwischenauswertungen aus laufenden Studien sind vielversprechend.

Mittelfristig werden sich die Behandlungsmöglichkeiten des Hodgkin-Lymphoms weiter verbessern. Gleichzeitig können gezielte Ansätze Nebenwirkungen reduzieren und damit die Belastung für die Patienten verringern.