Progressive supranukleäre Blickparese

Die progressive supranukleäre Blickparese (PSP) ist eine seltene Funktionsstörung des Gehirns, die auch unter der Bezeichnung Steele-Richardson-Olszewski-Syndrom (SRO) bekannt ist. Sie ist verwandt mit der Parkinsonschen Krankheit, ihre Ursache ist bisher nicht bekannt. PSP tritt überwiegend in der zweiten Lebenshälfte auf.

PSP ist nach der Parkinson-Krankheit die zweithäufigste Bewegungsstörung. Man geht davon aus, dass sechs bis sieben von 100.000 Menschen im Laufe ihres Lebens an PSP erkranken. PSP führt im Durchschnitt in drei bis zehn Jahren zum Tode, wobei schluckstörungsbedingte Lungenentzündungen, Stürze und Infektionen zu den häufigsten Todesursachen zählen. PSP ist nicht heilbar.

Symptome  

Die Symptome können sehr verschieden sein und verstärken sich zunehmend. Symptome können aber auch ganz ausbleiben. Hinweise für eine PSP sind: unvorhersehbare Stürze sowie Gangunsicherheit, Schwierigkeiten beim Gehen, Gleichgewichtsprobleme, Verlangsamung der Bewegungen, Sehprobleme (Doppelt-Sehen oder verschwommenes Sehen), Sprechprobleme, Schluckprobleme, subkortikale Demenz.

Manchmal kommt es auch zu Gemüts- oder Persönlichkeitsveränderungen. Symptome, die oft zur Diagnose führen, sind vor allem die Stürze und eine zunehmende Unfähigkeit, die Augen nach unten zu bewegen.

Die Probleme mit den Augenbewegungen haben der Krankheit auch ihren Namen gegeben: Blickparese – Blicklähmung. Im Gegensatz zum verwandten Morbus Parkinson wird das dort charakteristische Zittern oder Schütteln von Armen und Beinen bei PSP nur selten beobachtet.

Diagnose

PSP wird meist von Neurologen festgestellt. Allerdings ist es nicht einfach, die PSP zu diagnostizieren. Es gibt bislang keinen speziellen Test, und die Symptome ähneln denen anderer Bewegungserkrankungen. Die Neurologen entscheiden mittels verschiedener Untersuchungen und anhand der Symptome, ob jemand an einer PSP erkrankt ist.

Therapie

PSP ist nicht heilbar. Es werden Medikamente eingesetzt,  bislang konnte aber für keines ein eindeutig positiver Effekt auf den Verlauf oder die Symptome der PSP nachgewiesen werden. Gerade wegen der begrenzten medikamentösen Möglichkeiten sind Physiotherapie, Ergotherapie und Sprechtherapie bei der Behandlung der PSP wichtig.