Schon eine geringe Einschränkung der Nierenfunktion führt zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Feststellen lassen sich solche Störungen durch Blut- und Urintests. Bei manchen Menschen finden sich einzelne Zysten an den Nieren, die sich mit Flüssigkeit gefüllt haben. Diese Zysten schränken in der Regel die Funktion der Organe nicht ein. Treten die Zysten allerdings an beiden Nieren auf und häufen sie sich, dann spricht man von sogenannten Zystennieren. Sie können so groß werden wie Orangen und mehrere Kilo schwer.

Anfangs machen sich die Zystennieren kaum bemerkbar. Erst im weiteren Verlauf stellen sich Symptome ein, wenn sich die Zysten nach und nach vergrößern. Bei betroffenen Patienten stellen sich in der Regel ab Mitte 40 ernsthafte Probleme ein. Im Laufe der Zeit kann aus einer Niere, die im gesunden Zustand circa 150 Gramm schwer ist, eine Zystenniere von bis zu zehn Kilo werden. Die Zysten schädigen dann das Nierengewebe nachhaltig. Eine nicht ungewöhnliche Begleiterkrankung, von der hauptsächlich Frauen betroffen sind, ist eine Zystenleber, die ähnlich stark wächst wie die Zystennieren. Die massive Vergrößerung der Organe führt zu Druckschmerzen. Weitere Symptome wie Bluthochdruck und Schmerzen stellen sich ein.

Bedingt durch den schrittweisen Verlust an Nierenfunktion wird im Verlauf der Erkrankung bei den meisten Betroffenen eine Nierenersatztherapie notwendig. Ideal wäre dann eine (Ersatz-)Niere eines Spenders, jedoch ist es aufgrund des enormen Organmangels und der daraus resultierenden Wartezeit sehr schwer, eine Spenderniere zu erhalten. Eine Lebendspende eines Angehörigen oder Freundes ist dann eine gute Alternative. Mittlerweile werden solche Transplantationen auch bei ungleichen Blutgruppen erfolgreich durchgeführt. Bis zur Verfügbarkeit eines Organs muss eine Blutwäsche (Dialyse) erfolgen. Für viele Betroffene ist das ein großer Einschnitt in das Leben.

Keine Hoffnung für Betroffene mit Zystennieren?

Lange Zeit gab es weder eine Therapie noch eine Heilung. Seit diesem Jahr ist eine Therapie verfügbar, die zumindest das Wachstum der Zysten bremst und damit den Verlust der Nierenfunktion hinauszögert.

Vielfältige Unterstützung für Betroffene mit Zystennieren

Der Verein „PKD Familiäre Zystennieren e. V.“ engagiert sich seit über zehn Jahren bundesweit für Betroffene. Wir helfen dabei, sich frühzeitig über Zusammenhänge und Therapiemöglichkeiten zu informieren. Beratungs- und Informationsmöglichkeiten können in Anspruch genommen werden und nehmen die Angst vor der Erkrankung. Persönliche Treffen auf regionaler Ebene helfen dabei, andere Betroffene kennenzulernen und sich gegenseitig die Angst zu nehmen.

Mehr Infos unter: www.pkdcure.de/ Hilfe für Betroffene unter 06251 550 4748