Home » Forschung » 9 Fakten über unsere Gene
Forschung

9 Fakten über unsere Gene

Foto: wavebreakmedia/Shutterstock

Haben Sie das gewusst?

Jeder hat Gen-Defekte

Experten gehen davon aus, dass jeder Mensch etwa 2.000 Gen-Defekte in sich trägt. In manchen Fällen können diese Krankheiten auslösen. Gen-Defekte werden zum Großteil vererbt, doch auch Einflüsse aus der Umwelt können zu Defekten an den Genen führen. Beispiele sind Radioaktivität und UV-Strahlung.

Menschen sind zu 95 Prozent identisch

Aus genetischer Sicht gesehen, sind wir Menschen zu 95 Prozent identisch. Nur eine minimale Abweichung im Erbgut macht jeden von uns jedoch unverwechselbar und einzigartig. Ausnahmen sind eineiige Zwillinge, die  vom genetischen Ursprung her identisch sind und sich daher im Aussehen fast zu 100 Prozent ähneln.

Vererbung

Nicht nur Vater und Mutter bestimmen unsere Gene. Jeweils die Hälfte ihrer Gene geben sie an uns weiter, bestimmen so etwa die Augen- und Haarfarbe. Aber auch Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung oder Chemikalien können unsere Gene verändern.

100 Billionen Zellen

Der Mensch besteht aus rund 100 Billionen Zellen. In jeder Zelle befinden sich 23 Chromosomenpaare, die etwa 40.000 einzelne Gene enthalten.

Adipositas

Übergewicht kann vererbt werden. Verschiedene Gene steuern den Stoffwechsel, zum Beispiel den Kalorienverbrauch. Jeder Mensch hat einen eigenen Stoffwechseltyp, kann also bestimmte Nährstoffe gut oder weniger gut verarbeiten.
Der Stoffwechseltyp kann vererbt werden.

Asthma und Diabetes

Komplexe Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes sind auf multifaktorielle Merkmale zurückzuführen, da die Interaktion zwischen den Genen und der Umwelt hierbei ausschlaggebend ist. Diese Erkrankungen zeigen eine kontinuierliche Variabilität, wobei die genetische Prädisposition den Rahmen für ein Gesamtbild bildet, das durch Umwelteinflüsse mitgestaltet wird.

Der Neandertaler in uns

In jedem von uns steckt ein bisschen Neandertaler. Ein bis zwei Prozent der Erbinformation des modernen Europäers stammen vom Neandertaler – vor allem die Teile, die für die Ausprägung von Haut und Haaren verantwortlich sind.

Somatische Gentherapie

Die somatische Gentherapie ist in der Theorie ein einfaches Konzept, wodurch genetisch bedingte Erkrankungen theoretisch heilbar wären. Das Prinzip besteht darin, dass man die im Menschen erkrankten Gene durch gesunde ersetzt. In der Praxis gestaltet sich dies leider schwierig, da es Probleme gibt, das Gen spezifisch im Zielgewebe zu integrieren und es zu exprimieren. Neben anderen Schwierigkeiten war es bisher nur möglich, eine vielversprechende Gentherapie zur Behandlung der X-gekoppelten, angeborenen und schweren kombinierten Immunschwäche zu entwickeln. Als „Überträger“ des gesunden Gens kommen besonders Viren zum Einsatz, die zum Teil einen onkogenen Charakter besitzen, also krebsfördernd sein können.

Gene in der Kriminalistik

Die menschliche DNA ist eines der stabilsten, biologischen Moleküle. Daher ist es ein extrem dichter und haltbarer Datenträger für jegliche Art von Informationen. Das hat sich auch die Kriminalistik zunutze gemacht: Kleinste Gewebespuren, wie Speichel am Glas, reichen aus, um Täter zu identifizieren – auch noch nach 50 Jahren.

Nächster Artikel
Home » Forschung » 9 Fakten über unsere Gene
Forschung

Interstitielle Cystitis

Die Interstitielle Cystitis (IC) ist eine chronische, abakterielle Blasenentzündung, bei der die Drangsymptomatik und Schmerzen von Becken und Harnblase im Vordergrund stehen. 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen, jedoch werden nun auch immer mehr Männer diagnostiziert. Die Angaben zur Verbreitung schwanken sehr stark, nämlich zwischen zehn und 700 Kranken von 100.000 Personen. Das liegt auch daran, dass die Diagnose nicht so klar zu stellen ist.

Symptome

Die IC ist eine bislang relativ unbekannte Erkrankung deren Symptome denen einer bakteriellen Blasenentzündung ähneln. Es kommt in erster Linie zu häufigem und schmerzhaftem Harndrang, geringere Harnmenge je Toilettengang sowie Schmerzen im Unterleib. Menschen, die unter einer IC leiden, müssen teilweise bis zu 60 Mal pro Tag auf die Toilette gehen.

Diagnose

Die erste Diagnose ist, wie bei einer Reizblase, in erster Linie eine Ausschlussdiagnose. Erhärtet sich die Vermutung, wird eine Blasenspiegelung vorgenommen. Wenn die Blase bei dieser Spiegelung durch eine Kochsalzlösung gedehnt wird, entstehen punktförmige Schleimhautblutungen, die typisch für IC sind.

Zudem wird eine Biopsie der Blasenschleimhaut vorgenommen. Bei der Biopsie kann man Schädigungen der Schutzschicht, eine erhöhte Nervendichte und vermehrte Mastzellen feststellen. Dies ist jedoch keine Standarduntersuchung, sondern man muss gezielt nach diesen Merkmalen suchen.

Therapie

Da die Ursache für IC noch nicht geklärt ist, kann man die Erkrankung auch noch nicht ursächlich behandeln, sondern bislang nur die Symptome mithilfe von Medikamenten zu lindern. Manche Medikamente werden auch mithilfe eines Katheters direkt in die Blase gespritzt.

Damit die Schmerzen nicht zu einem Teufelskreis führen, sollte bei starken Schmerzen eine gezielte Schmerztherapie durchgeführt werden. Gegen die Schmerzen können mitunter auch nichtmedikamentöse Methoden helfen, wie Autogenes Training, Akupunktur, TENS, Muskelrelaxation nach Jakobson, Massagen oder Gymnastik.

Wenn all diese Behandlungsversuche nicht helfen und die Beschwerden sehr ausgeprägt sind, wird manchmal durch eine Operation eine Linderung der Beschwerden versucht.

Nächster Artikel