Myasthenia gravis (MG) ist eine seltene chronische Erkrankung, bei der die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln gestört ist. Betroffene leiden unter einer fortschreitenden Muskelschwäche, doch erste Symptome wie hängende Augenlider oder das Sehen von Doppelbildern zeigen sich oft schleichend. Zudem sind die Beschwerden häufig diffus und wechselhaft. Zwar ist die Erkrankung bisher nicht heilbar, aber in vielen Fällen mittlerweile gut behandelbar.
In Deutschland leben rund 20.000 bis 24.000 Menschen mit dieser Krankheit. Am häufigsten erkranken junge Frauen unter 40 und ältere Männer über 60, aber die Krankheit kann in jedem Alter auftreten, auch in der Kindheit und Jugend.
Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung
Das Immunsystem, das den Körper vor fremden Organismen schützen soll, greift fälschlicherweise sich selbst an. Es werden Autoantikörper gebildet, die an die Rezeptoren der Muskeln für die Signalvermittlung von Nervenimpulsen andocken und damit blockieren. Die Muskeln werden in der Folge nicht ausreichend aktiviert und geschwächt.
In der Regel beginnt die Erkrankung bei den Augen- und Gesichtsmuskeln. Meist schreitet die MG weiter fort und breitet sich auf weitere Muskelgruppen aus: Man spricht dann von der generalisierten MG. Betroffen sind häufig Gesicht, Oberkörper, Arme, Beine, Finger und Nacken. Typisch sind Schwierigkeiten beim Schlucken und Sprechen, Nacken- und Gliederschmerzen, Krämpfe sowie eine Schwäche der gesamten Muskulatur.

Wir wissen heute viel mehr über Myasthenia gravis als noch vor wenigen Jahren, und viele Menschen können heute gut mit der chronischen Krankheit leben. Es gibt mittlerweile Therapieoptionen, die eine kontinuierliche Krankheitskontrolle ermöglichen.
Dr. med. Fabian Kütting,
Medizinischer Direktor Neurowissenschaften, Johnson & Johnson Innovative Medicine Deutschland
Besonderes Merkmal der MG sind stark fluktuierende Symptome
Die allgemeine Schwäche kann im Tagesverlauf sowie bei Belastung zunehmen und im Verlauf von Stunden, Tagen oder Wochen stark schwanken. Zudem gehen die Beschwerden unter Ruhe wieder zurück, was Außenstehenden oft schwer zu vermitteln ist. Das hat spürbare Auswirkungen auf das tägliche Leben, und neben den Symptomen belastet die schwere Planbarkeit viele Betroffene. Häufig isolieren sie sich, fühlen sich missverstanden und stigmatisiert, leiden an Angstzuständen oder Depressionen.
In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten erheblich verbessert. Zwar ist Myasthenia gravis nicht heilbar, doch viele Menschen haben mittlerweile die Chance, ihre Erkrankung durch zielgerichtete Therapien kontinuierlich zu kontrollieren. Auch für Jugendliche gibt es inzwischen wirksame Therapieangebote.

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