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Psoriasis – die Schuppenflechte

Abbildung 1: Psoriasis ist eine Hautkrankheit, die durch ihr Erscheinungsbild an bestimmten Merkmalen meist schnell zu identifizieren ist.

Schuppenflechte kann das tägliche Leben stark beeinträchtigen. Sie ist vererbbar und etwa ein Prozent der Weltbevölkerung sind davon betroffen. Bei vielen Betroffenen tritt diese Hautkrankheit zum ersten Mal im Kindesalter auf. Die Schuppenflechte kann sich nicht nur körperlich sondern auch auf die Psyche der Betroffenen auswirken. Viele Erkrankte fühlen sich durch den Juckreiz eingeschränkt und sehr unwohl. Da nicht immer schnell und einfach herausgefunden werden kann, woher die Hauterkrankung kommt,  können Blutuntersuchungen oder genauere Informationen zur Familiengeschichte wichtige Informationen zur Anamnese liefern. Doch wie erkennt man die Schuppenflechte, was hat der Krankheitsverlauf mit Essgewohnheiten zu tun und welche Behandlungsmethoden werden empfohlen? In diesem Artikel wurden Informationen um die Krankheit und Behandlungsverfahren zusammengetragen. Sollte der Verdacht auf Schuppenflechte bestehen, sollte auf jeden Fall ein Arztbesuch erfolgen.

Schuppenflechte oder trockene Haut – was sind die Unterschiede?

Um diese Frage richtig beantworten zu können, muss zunächst diese Frage geklärt werden: Was ist Psoriasis, oder zu Deutsch: Was ist Schuppenflechte?

Die Schuppenflechte ist eine entzündliche aber nicht ansteckende Erkrankung, die sich durch schuppende Hautveränderung zeigt. Sie ist in den häufigsten Fällen chronisch und verläuft in immer wiederkehrenden Schüben. Diese Schübe wiederum können ganz unterschiedlich ausfallen, von sehr leicht mit keiner bemerkbaren Hautveränderung bis hin zu sehr starken Schüben, die extrem unangenehm sein können. Eine Schuppenflechte ist für die Betroffenen in den meisten Fällen sehr lästig,  kann jedoch meist nicht mehr komplett ausgeheilt werden.

Wer von dieser Art der Hautkrankheit betroffen ist – und dabei handelt es sich de facto um eine Hauterkrankung und nicht nur um trockene, pflegebedürftige Haut – wird davon ein Leben lang begleitet. Die Liste der bekannten Schuppenflechten-Varianten ist sehr lange. Ein Hautarzt kann diese genau bestimmen, zwischen Psoriasis und systemischem Lupus (einer ähnlichen Hautkrankheit) unterscheiden, um anschließend eine passende Therapieform zu finden. Neben den unterschiedlichen Schuppenflechten-Varianten wird die Hauterkrankung zudem noch in verschiedene Schweregrade unterteilt.

So lässt sich die Schuppenflechte auf der Haut erkennen

Die Schuppenflechte zeigt sich durch folgende Merkmale:

  • Die Schuppenflechte zeigt sich in Form von klar abgegrenzten Bereichen, die gerötet sind und von den sogenannten Plaques belegt werden.
  • Plaques wiederum sind Beläge aus weißlich oder silbernen Hautschuppen, diese sich ähnlich anfühlen wie Wachs.
  • Hautstellen, die von Schuppenflechte betroffen sind, fühlen sich rau, erhaben und sehr trocken an.

Die folgenden Körperstellen sind meist betroffen:

  • behaarte Kopfhaut
  • Unterschenkel, Knie
  • Unterarme, Ellbogen

Bei Kindern können zusätzlich noch weitere Stellen betroffen sein, wie etwa Hände, Gesicht und der Windelbereich.

Behandlungsmethoden: Cremes und Medikamente

Um den Grad und das Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen, ist hier immer ein Besuch beim Hautarzt notwendig. Dieser kann individuell beraten und mit dem Betroffenen zusammen einen Therapieplan ausarbeiten.

  • Bei leichter Psoriasis werden meist Cremes, Salben oder eine spezielle Lichttherapie verordnet.
  • Bei mittelschwerer Psoriasis werden Medikamente eingesetzt, die oral einzunehmen sind.

Eine gründliche Hautpflege ist in jedem Fall Grundvoraussetzung, um die schmerzhaften Symptome zu lindern. Den teilweise starken Juckreiz kann mit speziellen Wirkstoffen in Cremes und Lotion gut entgegengewirkt werden.

Abbildung 2: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann helfen, die Symptome zu lindern.

Kann eine Ernährungsumstellung das Krankheitsbild verändern?

Wer von Schuppenflechte betroffen ist, für den spielt eine ganzheitliche Lebensweise eine sehr große Rolle. Neben einer meist notwendigen ärztlichen Behandlung ist eine ausgewogene Ernährung ein entscheidender Baustein, um die Symptome langfristig und nachhaltig zu lindern. Ein gesundes Körpergewicht kann hierbei sehr hilfreich sein. Übergewicht, Rauchen und Alkohol sind Faktoren, die das Risiko  für Schuppenflechte erhöhen oder eine bereits vorhandene Psorasis verstärken. Zucker, fettes, rotes Fleisch oder Milchprodukte sollte ebenfalls mit Vorsicht genossen werden.

Zu empfehlen sind viel Obst, Gemüse aber auch Fisch. Nüsse und Samen können gesunde Zwischensnacks sein, die sich für Betroffene anbieten. Wer sich einen Speiseplan zurechtlegt, der gut eingehalten werden kann, reduziert mit seiner Ernährung die Wahrscheinlichkeit eines Schubes.

Achtung: Schuppenflechte  darf nicht unbehandelt bleiben, weil sie oft mit Begleiterkrankungen wie Diabestes oder Bluthochdruck verbunden sein kann. Durch eine gesunde und aufgewogene Ernährungsweise kann die Schuppenflechte, ebenso wie andere Krankheiten, positiv beeinflusst werden.

Es sollte mehr über die Schuppenflechte gesprochen werden

Da viele Menschen nicht wissen, dass Schuppenflechte weder ansteckend ist noch via Körperkontakt übertragen werden kann, gibt es noch viele Vorurteile gegenüber dieser Hautkrankheit. Viele Betroffene leiden daher doppelt – nämlich an der juckenden Haut und an den Vorurteilen, die sich häufig in Berührungsängsten äußern.

Tipp: Um für Klarheit zu sorgen und Berührungsängste zu reduzieren, kann es helfen, Betroffenen zuzuhören oder direkt nachzufragen. Auch spezielle Foren oder Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit zum Austausch. Wer sich zurückzieht und mit Beschwerden wie Juckreiz oder übermäßig trockener Haut allein bleibt, bahnt psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, den Weg. So ist es gut und wichtig, über die gut sichtbare Krankheit aufzuklären und den Betroffenen damit zu helfen, leichter im Alltag und ohne diskriminierende Blicke klarzukommen.

Abbildung 3: Viele Betroffene der Schuppenflechte ziehen sich aus Scham zurück, werden ausgegrenzt oder diskriminiert.

Abbildung 1: Pixabay © Miller_Eszter (CCO Public Domain)
Abbildung 2: Pixabay © Lustrous Taiwan (CCO Public Domain)
Abbildung 3: Pixabay © StockSnap (CCO Public Domain)

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Alpha-1: Mangel nach Mutation

Interview mit Prof. Dr. Claus Franz Vogelmeier, Leiter der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Marburg.

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Prof. Dr. Claus Franz Vogelmeier

Leiter der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Marburg

Wodurch zeichnet sich ein Alpha-1-Antitrypsinmangel aus und welche Symptome weisen Erkrankte auf?

Das Alpha-1-Antitrypsin ist eine Art Schutzeiweiß. Es ist ein wichtiger Gegenspieler von körpereigenen Stoffen. Diese können z.B. das Lungengewebe abbauen und später eine Lungenüberblähung entstehen lassen.

Aufgrund eines Gendefekts, einer Mutation auf einem Chromosom, mangelt es bei einigen Patienten an diesem wichtigen Gegenspieler. Betroffene Patienten klagen dann über Atemnot, haben Auswurf und Husten. Aber auch die Leber kann durch diese Krankheit beschädigt werden.

Oftmals werden Patienten zunächst mit COPD diagnostiziert. Wie kann man diese Erkrankung von einem Alpa-1-Antitrypsinmangel unterscheiden?

Der Mangel unterscheidet sich vor allem durch den frühen Beginn und ein schnelles Fortschreiten der Erkrankung. Erste Beschwerden treten häufig schon zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf. Auch erhöhte Leberwerte, bereits bei Neugeborenen, können ein Anzeichen für den Mangel bedeuten.

Es ist deshalb ratsam, bei Patienten mit verengten Bronchien einmal im Leben die Konzentration von Alpha-1-Antitrypsin im Blutserum zu bestimmen.

Bekannt sind zurzeit 2.000 bis 3.000 Fälle von betroffenen Patienten in Deutschland. Man geht jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt. 

Welche Therapieformen gibt es aktuell, um Patienten mit dieser Krankheit zu behandeln?

Wegen des Gendefekts ist die Erkrankung erst mal nicht heilbar. Auch ein bereits zerstörtes Lungengewebe lässt sich nicht wieder regenerieren.

Man kann den Verlauf der Krankheit jedoch verlangsamen, ähnlich wie bei COPD. Der Arzt lindert so die Symptome und der Patient gewinnt an Lebensqualität. Wichtig ist daher immer, die Krankheit so schnell wie möglich zu diagnostizieren.

Der Betroffene erhält zum Beispiel bronchienerweiternde Medikamente, um sein Atemnot zu lindern. Raucher sollten unbedingt mit dem Rauchen aufhören. Ein Schutzeiweiß aus dem Blut gesunder Spender lässt sich auch über eine Infusion ersetzen, um die Zerstörung des Lungengewebes zu verlangsamen. Eine weitere ergänzende Behandlung ist eine Langzeit-Sauerstofftherapie.

Nachzudenken ist in einigen Fällen über eine Lungen- oder Lebertransplantation. Das ist schon bei Säuglingen möglich, wenn man die Krankheit rechtzeitig erkannt hat. Die Forschung konzentriert sich außerdem auf eine Gentherapie.

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