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5 Vorteile der häuslichen Pflege für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige

Foto: Photographee.eu via Shutterstock

Rund 80 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen werden im häuslichen Umfeld gepflegt. Meist geschieht dies durch Angehörige aus der Familie oder dem Bekanntenkreis. Tritt der Pflegefall ein, ist zügig zu entscheiden – Pflegeheim oder Pflege zu Hause? Keine leichte Entscheidung, da sie vor allem Angehörige betroffen sind. Warum sich Betroffene immer wieder für diese Variante der Pflege entscheiden, liegt unter anderem an den zahlreichen Vorteilen. Nicht zuletzt gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten für die finanzielle Unterstützung in der häuslichen Pflege. Doch auch persönliche Faktoren spielen eine entscheidende Rolle.

1. Das traute Heim als sicherer Rückzugsort

Menschen aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen, kann problematisch sein. Insbesondere dann, wenn das häusliche Umfeld über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, als sicherer Rückzugsort empfunden wurde. Hier haben sich lieb gewonnene Dinge angesammelt. Bei einem Umzug ist es nicht immer möglich, alle Möbel mitzunehmen. Eine schmerzliche Trennung kann mit der häuslichen Pflege vermieden werden. Der Pflegebedürftige verbleibt dort, wo er sich am wohlsten fühlt und Vertrauen herrscht. Häufig ist im eigenen Umfeld auch mehr Platz vorhanden und Räumlichkeiten müssen nicht geteilt werden. Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können dabei helfen, Menschen mit Pflegegrad die häusliche Pflege auch bei erhöhter Pflegebedürftigkeit zu ermöglichen.

2. Die Kosten sind überschaubarer

Die Pflegekasse übernimmt einige Kosten, die für ein Pflegeheim anfallen. Allerdings verbleibt ein Eigenanteil, der in die Höhe schnellen kann. An den Aufwendungen für die Pflege beteiligt sich die Pflegekasse. Zudem gibt es Kosten für die Verpflegung, die Unterkunft und Investitionen. Der Gesetzgeber unterstützt die häusliche Pflege, indem Pflegesachleistungen und Geld zur Verfügung gestellt werden. Pflegebedürftige erhalten beispielsweise jeden Monat ein Pflegegeld, das sich nach dem Pflegegrad richtet. Zudem gibt es sogenannte Pflegesachleistungen, bei denen sich ein ambulanter Pflegedienst bei der häuslichen Pflege engagiert. Auch hier fällt die Höhe unterschiedlich hoch aus, je nachdem, welcher Pflegegrad besteht. Unterm Strich ist die häusliche Pflege durch das Hinzuziehen verschiedener Unterstützungsangebote in der Regel günstiger als eine Unterbringung im Pflegeheim.

Unterstützungsangebote als sinnvolle Alltagshelfer

Pflegebedürftigen und deren Angehörigen wird mit vielfältigen Unterstützungsangeboten unter die Arme gegriffen. Ein Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro monatlich kann beispielsweise genutzt werden, um eine Haushaltshilfe zu bezahlen. Noch viel entscheidender ist meist aber die Pauschale für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Sie beträgt derzeit 60 Euro im Monat. Damit können Pflegebedürftige bis zu 720 Euro jährlich sparen.

3. Individuellere Pflege ist möglich

Die häusliche Pflege ist sehr flexibel. Ein wichtiges Ziel ist, die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Um das Ziel zu erreichen, kann die Angehörigenpflege mit der Hilfe von Pflegefachkräften individuell gestaltet werden. Angehörige sind mit den verschiedenen Tätigkeiten, die im Pflegealltag anfallen, also nicht alleine. Hier kommt insbesondere die Kombinationspflege ins Spiel, mit der eigene Leistungen, mit denen von Fachpersonal kombiniert werden. Wer sich als Angehöriger selbst Fähigkeiten aneignen möchte, kann Pflegekurse belegen oder die Pflegeberatung hinzuziehen. Eine individuelle Pflege mit genügend Freiraum dort, wo er gern in Anspruch genommen wird, hilft dabei, pflegebedürftige Personen körperlich und mental fit zu halten.

4. Die Pflege ist vertrauter

Pflegekräfte unterstützen Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen im Alltag und haben dadurch häufig einen festen Platz im Herzen von Pflegebedürftigen. Vertrautheit stellt sich hier insbesondere dann ein, wenn intensiv oder über eine lange Zeit gepflegt wird. Aber nicht jeder Pflegebedürftige kann sich auf die Beziehung einlassen. Die Familie bietet in der Regel noch immer die größtmögliche Vertrautheit. Insbesondere wenn es um heikle Pflegeangelegenheiten, wie das Waschen oder Baden geht, fühlen sich Betroffene manchmal wohler, wenn sie auf die Hilfe von Angehörigen setzen können. Zudem gibt es einen größeren Spielraum, was die Erfüllung von Wünschen angeht. Im Pflegeheim gibt es ein verlässliches Regelwerk, das für jeden Bewohner gilt. Ausnahmen zugunsten einzelner Pflegebedürftiger werden hier nur selten gemacht. Das Mitspracherecht ist bei der häuslichen Pflege im Vergleich also größer.

5. Das soziale Umfeld bleibt bestehen

Das soziale Umfeld gilt es nicht zu unterschätzen. Über die Jahre hinweg wurden wahrscheinlich viele Freundschaften in der Nachbarschaft oder im Dorf geschlossen. Ein Pflegebedürftiger fühlt sich dann fest verwurzelt dort, wo er wohnt. Bei dem Rundgang mit einem Rollator treffen Betroffene auf bekannte Gesichter und können einen kleinen Plausch halten. Selbst wenn die Pflegekraft außerhalb vom Bekanntenkreis gesucht wird, gibt es eine rege Kommunikation. So redet nicht nur die Pflegeperson mit dem Pflegebedürftigen, sondern auch mit den Angehörigen oder Bekannten. Dadurch ergibt sich eine vielfältige Kommunikation, von der auch der Pflegebedürftige am Ende profitiert. Das Selbstwertgefühl kann durch anregende Gespräche aufrechterhalten werden. Bei der häuslichen Pflege müssen nicht zwangsweise neue Freundschaften geschlossen werden. Das soziale Umfeld bleibt unverändert bestehen.

Gesundheit bedeutet nicht körperliche Unversehrtheit

Bei Gesundheit denken wir zunächst an die körperliche Unversehrtheit. Allerdings nimmt auch das seelische Wohlbefinden einen entscheidenden Stellenwert bei einer gesunden Lebensführung ein. Die Möglichkeit, den Alltag mitgestalten zu dürfen, vielfältig zu kommunizieren und die Einschränkungen nicht stetig zu spüren, sind sehr wichtig für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Ein abwechslungsreiches Programm an den Wochenenden oder wenn es die berufliche Tätigkeit zulässt, auch an Wochentagen, kann anregend auf Geist und Körper wirken. Verschiedene Bewegungsangebote und der Besuch einer Ausstellung sind bei einer häuslichen Pflege unproblematisch umzusetzen.

Eine wichtige Entscheidung: Pflegeheim oder die Pflege zu Hause?

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, pflegebedürftige Menschen zu Hause zu versorgen oder sie in die Obhut eines Pflegeheims zu übergeben. Die Entscheidung ist mit vielen Emotionen behaftet und nicht leicht zu fällen. Deshalb ist es wichtig, sich zuvor mit den Vorzügen vertraut zu machen, um eine gute Entscheidungsgrundlage zu haben. Für das Pflegeheim spricht, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in der Regel besser klappt. Zudem kümmern sich hier professionelle Pflegekräfte um die Pflegeperson. Was zunächst logisch klingt, passt aber nicht auf jede Situation. Schließlich sind Menschen unterschiedlich. Manche von ihnen genießen es, möglichst lange zu Hause zu bleiben. Andere wiederum fühlen sich sicherer, wenn sie gemeinsam mit anderen in einem Pflegeheim untergebracht sind. Eine Patentlösung für jeden Pflegebedürftigen gibt es nicht. Vielmehr ist hier Individualität bei der Entscheidung gefragt, damit sich Angehörige und Pflegebedürftige trotz ihrer Einschränkungen wohlfühlen.

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„Hand in Hand“ für Patienten mit Morbus Gaucher

Social-Media-Kampagne „Spotlight on Gaucher“ macht auf die Krankheit aufmerksam. Um auf die Krankheit Morbus Gaucher (sprich: „Goschee“) aufmerksam zu machen, aktiviert die Europäische Patientenorganisation jetzt die Bevölkerung.

Die seltene, erblich bedingte Stoffwechselkrankheit Morbus Gaucher führt ohne Behandlung mit der Zeit zur Ansammlung bestimmter fettähnlicher Substanzen in den Zellen. Als Folge kommt es zu einer zunehmenden Schädigung von Geweben und wichtigen Organen, darunter der Milz, der Leber und der Knochen.

Bauchschmerzen wegen einer vergrößerten Milz, Müdigkeit aufgrund einer Anämie (Blutarmut) und Blutungsneigung durch eine verringerte Zahl von Thrombozyten (Blutplättchen) können häufige Krankheitszeichen sein.

Der Krankheitsverlauf und die ersten Anzeichen können bei Morbus Gaucher von Person zu Person variieren und denen anderer Krankheiten ähneln. Dies verzögert oft eine frühe Diagnose und die zeitnahe Einleitung der Therapie.

Reichen auch Sie die Hand!

Spotlight on Gaucher #Together4Gaucher lädt auch Sie dazu ein, nahestehenden Personen die Hand zu reichen und damit ein Netzwerk von Unterstützern um die ganze Welt zu bilden. Um sich der virtuellen Kette anzuschließen, gehen Sie wie folgt vor:

Lassen Sie sich mit ausgestreckten oder untergehakten Armen oder Hand in Hand mit jemandem, der Ihnen nahesteht, fotografieren.

  1. Teilen Sie das Foto auf Facebook, Instagram oder Twitter mit dem Hashtag #Together4Gaucher.
  2. Markieren Sie einen Freund in dem Beitrag, um ihn einzuladen die Kette fortzuführen
  3. Besuchen Sie www.spotlightongaucher.com/together4gaucher, um Ihr Bild in der Kette zu sehen.

DE-C-APROM-GCB-16-0082

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