Home » Krankheitsbilder » Von Parasiten betroffen – Die unterschiedlichen Symptome im Überblick
Krankheitsbilder

Von Parasiten betroffen – Die unterschiedlichen Symptome im Überblick

Foto: New Africa via Shutterstock

Ein Parasitenbefall kann sowohl äußerlich als auch von innen vorkommen. Flöhe, Läuse, Milben, Stechmücken, Wanzen und Zecken wirken von außen auf Mensch und Tier ein, wobei sie Infektionen übertragen sowie Erkrankungen verursachen können. Endoparasiten, darunter Würmer und Egel, dringen hingegen in das Innere des Wirtes ein. Sie finden sich am häufigsten im Darm. Darüber hinaus befallen sie unter anderem auch die Leber, Lunge, Muskeln und die Haut.

Verbreitung von Würmern

Insgesamt gibt es 18 verschiedene Wurmarten, die sich in dem Körper eines Menschen einnisten. Sie sind ausnahmslos Überlebenskünstler und integrieren sich perfekt in den Organismus. Dadurch werden diese Parasiten nicht vom Immunsystem attackiert.

In weniger entwickelten Ländern sind Würmer weit verbreitet. In Deutschland ist hingegen unter 0,01 Prozent der Bevölkerung betroffen. Meist handelt es sich dabei um Madenwürmer, die sich im Darm einnisten. Darmparasitenbefall löst teils unspezifische Symptome aus und wird daher häufig von Ärzten nicht sofort entdeckt. Hier ist – wie in vielen anderen Fällen auch – diagnostischer Spürsinn seitens der Mediziner gefragt.

Warum werden Würmer, Einzeller und Egel oft übersehen?

Parasiten sind in der Regel im Stuhlgang nicht auffindbar. Sie halten sich in den Tiefen des Darms auf und legen höchstens ihre Eier zur Verbreitung dort ab. Und auch diese sind erfahrungsgemäß nur in jeder zehnten Probe nachweisbar. Außerdem nur über einen kurzen Zeitraum, d.h., sofort nach der Ausscheidung müsste der Stuhl untersucht werden. Darüber hinaus wird meist auf einzellige Parasiten, die allerdings den Hauptteil der Darmparasiten ausmachen, nicht getestet. Im Kot auffindbar sind zwei Ausnahmen:

  • Madenwurmbefall – sie lösen Afterjucken aus und sind als kleine, weiße Würmer sichtbar.
  • tote Würmer – werden die Parasiten durch eine Kur im Darm abgetötet, sind sie im WC zu entdecken

Auf der Seite volkskrankheit-parasiten.org finden sich aufschlussreiche Erfahrungsberichte mit Parasitenkuren. Diese sollten gut durchdacht und systematisch vorgenommen werden. Denn nur dann ist Heilungspotential vorhanden.

Symptomatische Zeichen bei Wurmbefall

Wie bereits zuvor erwähnt, lassen sich Würmer im Stuhl nur schwer feststellen. Beschwerden bei einem Darmbefall können

  • Bauchschmerzen,
  • Blutarmut,
  • Durchfall,
  • Fieber,
  • Konzentrationsschwäche,
  • Müdigkeit,
  • Übelkeit,
  • Unterernährung und
  • Verstopfung sein.

Parasiten im Gehirn: Symptome

Einige Parasiten wie beispielsweise Bandwurmlarven können sich durch die Darmwand bohren und weitere Organe wie das Gehirn befallen. Anzeichen können

  • Depressionen,
  • Emotionslosigkeit,
  • Gedächtnisprobleme,
  • geringe Aufmerksamkeitsspanne,
  • Nervosität,
  • Niedergeschlagenheit,
  • Stimmungsschwankungen,
  • Stressgefühl und
  • Unzufriedenheit sein.

Symptome bei Leberegel

Befallen Egel die Leber, bleibt das häufig lange unerkannt, da nur wenige und zudem unspezifische Symptome auftauchen. Dazu gehören:

  • Bauchschmerzen
  • dunkel gefärbter Urin
  • starke Müdigkeitserscheinungen
  • Vergrößerung des Bauchumfanges

Symptomatik bei Lungenegeln

In der Lunge kommen Egel deutlich seltener vor als in der Leber. Zu den Symptomen zählen: Asthma, Atemprobleme, Auswurf beim Husten, Brustkorbschmerzen, chronischer Husten, Migräne, rezidivierende Bronchitis sowie Verschleimung der Atemwege.

Erkennen von Parasiten auf dem Kopf

Insbesondere Krätzmilben und Läuse besiedeln äußerlich unsere Kopfhaut. Erstere verursachen einen starken Juckreiz, überwiegend nachts. Zudem können Rötungen, Papeln (Knötchen) und Vesikeln (Bläschen) auf der Haut erkennbar sein. Ein Lausbefall dagegen verläuft teilweise komplett symptomfrei. Wenn Juckreiz auftritt, dann meist in gemäßigter Form. Klebrige, weiße Schuppen oder Nissen im Haar und das Entdecken einer lebendigen Laus sind möglich.

Verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten

Aus vorbezeichneten Symptomen lässt sich leicht erkennen, dass sie äußerst vielfältig sind. Dies gilt insbesondere für einen Wurm- oder Egelbefall. Wenn kein expliziter Verdacht, beispielsweise durch äußere Anzeichen, vorliegt, wird ein Befall daher nicht immer sofort erkannt. Bestehen über einen längeren Zeitraum unklare Darmbeschwerden, leichtes Fieber und Abgeschlagenheit, raten Mediziner meist zu einer Stuhlabgabe. Ging eine Blutuntersuchung voraus, kann eine Erhöhung der eosinophilen Grunulozyten auf Parasiten im Körper hinweisen. Wer vor einiger Zeit eine Reise in ein wärmeres Land mit schlechten hygienischen Bedingungen unternommen hat, sollte dies seinem Arzt mitteilen. Die Ansteckung mit Parasiten liegt dort deutlich höher. Dies kann ein wichtiger Hinweis sein, der eine intensive, gezieltere Untersuchung nach sich zieht.

Nächster Artikel
Home » Krankheitsbilder » Von Parasiten betroffen – Die unterschiedlichen Symptome im Überblick
Krankheitsbilder

„Was bleibt, ist die Hoffnung“

Die seltene erbliche Augenkrankheit Lebersche hereditäre Optikusneuropathie (LHON) soll Studien zufolge erstmals ursächlich behandelt werden können. Welche Hoffnungen damit geweckt werden und wie der Alltag mit LHON ist, darüber spricht Ines.

Bei der Krankheit LHON handelt es sich um eine seltene Erbkrankheit, die immer von der Mutter übertragen wird. Bei meinem Sohn Lars brach die Krankheit aus und wir erfuhren durch die Diagnosestellung zum erstem Mal davon, dass unsere Familie von LHON betroffen ist. Ob vielleicht auch weitere Mitglieder unserer Familie betroffen waren oder sind, wissen wir nicht. Die Angst ist groß, dass auch noch sein Bruder und ich erkranken. 

Mein Sohn Lars (20) stand voll im Leben

Er absolvierte seine Ausbildung, fuhr leidenschaftlich gern Auto und genoss seine neue Freiheit als junger Erwachsener in vollen Zügen. Im September 2020 kam er nach Hause und erzählte von Sehproblemen. Auf dem einen Auge konnte er plötzlich nicht mehr richtig sehen. Das Sichtfeld war zu diesem Zeitpunkt bereits stark beeinträchtigt. Dieser Prozess geschah vollkommen schmerzfrei. Wir dachten uns alle nichts dabei, haben aber dennoch einen Termin beim Augenarzt gemacht, der am 1. Oktober stattfand. Als Lars danach nach Hause kam, war er ganz durcheinander, weil der Arzt ihm nahegelegt hatte, sofort in die Uniklinik zu gehen. Das haben wir dann auch getan. Ich bin immer noch davon ausgegangen, dass Lars vielleicht eine Brille braucht, war voller Optimismus. Als er dann auf der Neurologie aufgenommen wurde, schwand dieser schon ein bisschen – Verdachtsdiagnosen von MS bis hin zu Hirntumor standen im Raum. Es wurden dann sehr viele Untersuchungen gemacht. Nach einigen Tagen auf der Station verlor er sein Augenlicht fast komplett und war quasi von heute auf morgen stark auf Hilfe angewiesen, sein Sehvermögen hat sich stark verschlechtert. Das war eine sehr schwierige Zeit für ihn. Meinen Sohn so verzweifelt zu sehen, brach mir fast das Herz. Am 12. Oktober wurde er fast blind entlassen.

LHON stand schon als Verdacht auf dem Arztbrief.

Nach weiteren ambulanten Untersuchungen wurde die Diagnose dann auch gestellt, Lars bekam ein Medikament. Ich setzte mich kurz darauf mit Pro Retina und Experten aus dem Bereich in Kontakt und baute mir ein Netzwerk aus Freunden und Experten auf. So kam Lars auch zum LMU Klinikum München (Friedrich-Baur-Institut an der Neurologischen Klinik und Augenklinik), und als der humangenetische Befund feststand, bekamen wir zeitnah einen Termin bei der LMU. Dort, am 15.01.21, erfuhren wir auch das erste Mal von der neuen Möglichkeit der Gentherapie. Lars entschied sich sofort, an der Therapie teilzunehmen. Doch durch Corona verzögert sich die Zulassung bis heute. Ich kämpfte wie eine Löwin, um Lars diese Therapie zu ermöglichen. Ich schrieb Krankenhäuser überall auf der Welt, in England, der Schweiz, in den USA, Paris, und auch das Uniklinikum Bonn an, um herauszufinden, ob die Therapie dort bereits zugelassen ist. Leider ohne Erfolg. Lars hofft jeden Tag auf den Anruf, dass es losgehen kann. Es ist seine größte Hoffnung auf ein wieder sehendes uneingeschränktes Leben. 

Anzeige

Ich kämpfe, wie auch oben bereits gesagt, wie eine Löwin, um Hilfe für Lars zu erhalten. Erst jetzt weiß ich, welche Stolpersteine Menschen mit Behinderung im Weg liegen und dass man wenig langfristige Begleitung und Hilfe erhält. Wir mussten uns tatsächlich jede Hilfe selbst erbitten. Auf dem Weg sind uns viele helfende Menschen begegnet, jedoch auch viel Ignoranz und Unverständnis. Letztendlich ist Lars derjenige, der tagtäglich mit großen Herausforderungen im Leben mit stark eingeschränktem Sichtfeld  zurechtkommen muss und dafür wirklich wie ein Löwe kämpft, dass es auch bitte keiner sieht.

Mittlerweile sind so viele Monate vergangen, dass Lars gelernt hat, mit seinem Handicap zu leben. Er macht gerade sein Abitur auf der Carl-Strehl-Schule. Ob er danach studiert oder wir einen Weg finden, dass er seine Ausbildung fortsetzen kann, wissen wir noch nicht. Alles Step by Step. Ich bin einfach unglaublich stolz auf meinen Sohn und wünsche ihm so sehr, dass sein allergrößter Wunsch, die Welt dank der Gentherapie wieder uneingeschränkt sehend zu erleben, wahr wird. 

Anzeige
Nächster Artikel